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Modell-Gleisschotter aus Kaffeepulver

Autor: Alwin Hierl (FINE SCALE MÜNCHEN) - 12/2004

Gebrauchtes nicht zu grob gemahlenes Kaffeepulver verwenden. Am besten mehrmals gebrüht, z.B. in der Espresso-Maschine, damit möglichst wenig brauner Farbstoff enthalten ist, der durch die spätere Färbung mit Dispersionsfarbe wieder herausgelöst wird. Die Granulatgröße passt besonders für die Baugröße N. Das getrocknete Kaffeepulver mit rein weißer dicker Dispersionsfarbe verrühren, bis eine graue Masse entsteht. Den Brei gut durchmischen: Es dürfen keine größeren Teile durch getrocknete Dispersionsfarbenreste oder starke Klumpungen entstehen!

Die Masse auf einer Folie ausbreiten, trocknen lassen. Immer wieder während des Trocknens abkratzen / umschichten. Die getrocknete Masse gefühlvoll und nur kleine Mengen in einem Arbeitsgang mit einem Spachtel zerdrücken /zerreiben. Zu große Teile und Fremdkörper entfernen – wirken andernfalls später beim Einschottern extrem störend und sind dann nur noch äußerst mühsam zu entfernen! Wurde nicht zuviel Dispersionsfarbe (=harte, nicht mehr zerreibbare Klumpen) verwendet, entsteht wieder die Orig. Kaffeepulver-Körnungsgröße (zzgl. entstandener Staub). Etwas Staub kann ganz nützlich sein: erspart die Grundierung. Allerdings ist zuviel Staub zum indiv. Gleiseinschottern eher störend, wenn er sich an den Schwellen etc. festsetzt und dadurch die Klebkraft für das eigentliche Schottersteingranulat reduziert. Zuviel Staub vorher mit einem Küchensieb o.Ä. absieben. Die Einfärbungsprozedur kann 1–2mal wiederholt werden, um einen helleren Farbton zu erzielen. Allerdings: Je mehr Farbe, desto mehr Staub entsteht beim Zerreiben. Es sollte am besten nur alte abgestandene, nicht mehr für Anstrich brauchbare Dispersionsfarbe verwendet werden, bei der sich das Farbpigment auf den Grund abgesetzt hat und das Bindemittel nicht mehr 100%ig in Ordnung ist, also nicht mehr richtig "klebt". Keine angetrockneten weißen Farbkrümel in den Schotter gelangen lassen! Die Folie nur 1x verwenden. Andernfalls können sich bei erneuter Verwendung unschöne alte weiße Farbreste (Farbsediment) von der Folie lösen. Den Kaffeemehl-Schotter gut trocknen lassen: kann bei normalerRaumtemperatur gut 2–4 Tage dauern. Erst dann zum Einschottern verwenden. Wegen evtl. Restfeuchte den Schotter anfangs nur in geöffnetem Behältnis aufbewahren. Bei luftdichter Verpackung (Plastikbeutel) andernfalls Schimmelgefahr!

Korkstaub (z.B. in der elektr. Kaffeemühle erzeugt) ist unbrauchbar, weil zu grobe und zu unregelmäßige Körnung.

Natürlicher Fluss- oder Meersand taugt ebensowenig, da zu große und zu unterschiedliche Korngrößen für N+HO.

Natürliche Saaten (Mini-Sesam, Rapskörner, Mohn (?), hell + dunkel/schwarz gemischt): unbrauchbar: unmaßstäblich, für N zu groß, auf den ersten Blick im Beutel nicht schlecht, wirken aber eben nur wie runde Krümel, nicht wie kantige Schottersteine, auch in HO-Baugröße. Eher nur als Ladegut brauchbar. Salz oder Zucker ist völlig unbrauchbar, weil mechanisch nicht stabil genug und sofort wasserlöslich (Wasserfarbe!).

ACHTUNG: Gleisschotter-Krümel, bes. Quarzsand dürfen keinesfalls ins Lokgetriebe gelangen, sonst Zahnradbruch- oder Motordefektgefahr durch Blockieren des Getriebes! Vorsicht deshalb bei Lok-Entgleisungen oder beim Eingleisen: Zahnräder sind durch Schmierfett immer etwas klebrig!! Gleisbett nach der Einschotterung und Klebertrocknung gründlich abkrümeln, mit Borstenpinsel grob abbürsten, zur besseren Fixierung des Schotters evtl. mit wasserverdünntem Holzleim (z.B. PONAL) einnässen!

Die Original-Farben von Gleisschotter sind sehr unterschiedlich, abhängig von Gesteinssorten sowie Gebrauchsdauer und -Ort. Neuer Schotter kann sehr hellgrau, fast weiß sein, was für Modellbahnzwecke unnatürlich wirkt. Alter Schotter auf Nebengleisen oder im Bahnbetriebswerkbereich kann durch Verschmutzung sehr dunkel sein. Dazu kommt oft noch Rost vom Fahrzeug-Bremsenabrieb, der jedoch im Modell besser vernachlässigt werden sollte. Im Modell sehr vorbildgetreu wirkt die Mischung von hellerem und etwas dunklerem Schottergranulat. ”Highlights” mit hellgrauer Deckfarbe und ”Tiefen” (Verschmutzungen) mit stark verdünnter Öl- oder Acrylfarbe lassen sich nachträglich (sparsam) mit dem Pinsel aufbringen.

Kurzanleitung zur Kaffeemehl-Schotterherstellung

1) Gebrauchtes, ausgelaugtes, trockenes Kaffeemehl mit unverdünnter alter weißer Dispersionsfarbe zu einem dicken Brei verrühren, als dünne Schicht auf einer Folie o.Ä. ausbreiten, trocknen lassen.

2) Den Schotterbrei während des Trocknens immer wieder gründlich durchrühren und neu auf der Folie verteilen, damit er nicht an der Folie ankleben kann bzw. sich Farbsedimente bilden, die später unschöne zu große weiße Krümel erzeugen.

3) Zerdrücken / Zerreiben der vollständig getrockneten und zusammengebackenen Schotterkrümel zur ursprünglichen Kaffeegranulatgröße. Das Zerreiben sollte mit etwas Gefühl erfolgen. Andernfalls entsteht zuviel Feinstaub, der mit einem feinmaschigen Küchensieb abgesiebt werden sollte! Für noch natürlichere Optik mit in etwas anderen Farbtönen eingefärbtem Quarzsand oder Selbstbauschotter mischen.

4) Das fertige Schottergranulat, bereit zur Verwendung.
Das Produkt entschädigt rasch für den etwas zeitintensive Herstellungsprozess, da in dieser Form sicher nicht im Handel erhältlich! Angenehmer warmgrauer Farbton.

Die größeren durch Restfeuchtigkeit entstandenen Schotter-Verklumpungen müssen vor dem Einschottern noch zerdrückt werden.

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