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Modell im Fokus: Elektrolokomotive BR 143/112

Autor: Ingo Schöbe - 11/2016

In diesem Spezial zum Thema BR 143 sollen die Elektrolokomotiven der Baureihen 112, 114, 143, 212 und 243 der DB und DR bzw. privater Betreiber in ihren Modellen in Spur N eingehender betrachtet werden.

Seit über 20 Jahren gibt es diese Modelle von verschiedenen Großserienherstellern in ordentlichen Qualitäten. Aufgrund der hohen Verbreitung des Vorbildes insbesondere in Deutschland und des günstigen Preises der Modelle ist ein breiter Einsatz im Modellbahnbetrieb in den Epochen IV, V und VI vielfältig möglich. Einige Sondermodelle lassen sich auch im "exotischen" Einsatz z.B. in der Schweiz nutzen.

Bereits 1992 kamen von Arnold, Minitrix und Roco entsprechende Modelle auf den Markt und werden bis heute in immer wieder neuen Auflagen produziert.

Vorbild

Die Baureihe 212 wurde von dem Hersteller LEW Hennigsdorf erstmalig 1992 zur Leipziger Frühjahresmesse mit der Loknummer 212 001-2 vorgestellt. In ihrem schönen weiß/roten Design wurde dieser Portotyp als "White Lady" bekannt. Die Lokomotiven der BR 212 bzw. 243 waren als Personen- und Güterzuglokomotiven entworfen, die sich nur in der Art des Antriebes und der Getriebeübersetzung unterscheiden sollten. Die BR 212 war für 160 km/h und die 243 für 120 km/h ausgelegt.

Der Prototyp 212 001-2 wurde schon 1983 im Rahmen einer Probezerlegung zur BR 243 001-5 auf 120 km/h umgebaut und verblieb im Eigentum der LEW und später dann AEG Schienenfahrzeuge mit der Loknummer 143 001-6. Sie diente als Versuchslok und zu Testfahrten. Die Lok wurde 1999 kurz an BASF vermietet und war später dann Teil des Bombardier- (ehemals ADtranz-) Lokpool. Seit 2000 war sie vermietet an EKO Transportgesellschaft mbH und ging 2002 an diese über. Seit 2011 ist sie Eigentum der ArcelorMittal Eisenhüttenstadt Transport GmbH.

Die Baureihe 243 wurde für die DR von 1984 bis 1990 645 mal gebaut (exklusive der 243 001). Viele dieser Maschinen sind heute noch im Einsatz und an die DB AG bzw. andere Bahnen übergegangen.

Die BR 212 wurde für die DR von 1990 an gebaut. Insgesamt 40 Exemplare wurden direkt im ersten Los an die DR ausgeliefert. Die Produktion dieses 1. Loses endete im Dezember 1991. Für die DR und DB gemeinsam wurde dann ein 2. Los von 90 Maschinen beschafft, wobei je 45 Exemplare an die DR und 45 an die DB gingen. Dieses Los wurde als Typ 112.1 bezeichnet, da einige Änderungen vorgenommen wurden. Hergestellt wurden diese Loks 1993/1994.

Die Lokomotiven des ersten Loses 212/112 wurden im Jahr 2000 wegen Vibrationen auf 140 km/h gedrosselt und auf die Baureihe 114 umgekennzeichnet. Diese Geschwindigkeitsbeschränkung wurde später wieder augehoben, eine Rückumzeichnung erfolgte aber nicht.

Einen Sondereinsatz hatte die BR 243 922-2 bei der Südostbahn SOB in der Schweiz. Dorthin war sie vom 1. August 1990 bis 30. Juni 1995 ausgeliehen.

In der Epoche VI sind diverse Maschinen auch bei Privatbahnen im Einsatz. So bei der RBH Logistics oder MEG.

In 12/2015 waren 279 der insgesamt 776 produzierten Maschinen verschrottet.

Modelle in Spur N

Überblick

Die Modelle der BR112/143 wurden von den drei Großserienherstellern Arnold, Minitrix und Roco (später von Fleischmann fortgeführt) schon Anfang der 90er Jahre entworfen und in unterschiedlichen Qualitäten und Modelltreuen umgesetzt. Alle Hersteller haben die Modelle überarbeitet und bieten diese nun z.B. mit Digitalschnittstellen an.

Für die BR 143, 243, 112, 114 und 212 sind diverse Modellvarianten mit unterschiedlichen Lackierungen verfügbar. Die Sonderausführung für die SOB sind Modelle von Roco und Arnold verfügbar, für die Privatbahnen gibt es bisher (12/2015) leider nur ein Modell von Arnold der RBH Logistics.

Hersteller

Arnold brachte im ersten Jahr 1992 "nur" die BR 243 824-0 der DR, Farbgebung der DR Ost in der Epoche IV heraus (Art.-Nr. 2309) allerdings gleichzeitig auch als digitales Modell in Arnold Digital (Art.-Nr. 82309). Angetrieben sind bei Modellen dieser Generation 4 Achsen, es gibt 2 Haftreifen und alle 8 Räder haben Stromabnehmer. Der Oberleitungsbetrieb mit dem Modell ist möglich. Ausgestattet mit einem Lichtwechsel (Glühlämpchen) und einem Rahmen aus Metalldruckguss wiegt die Lok ca. 85g und hat eine LüP von 104mm.

Nach den diversen Übernahmen von Arnold wurde das Modell 2008 für einer zweite Generation überarbeitet und hat seit dem eine Digitalschnittstelle NEM651 und LED-Spitzen- und Schlußlicht.

Minitrix kam auch im Jahr 1992 mit insgesamt drei Varianten einer BR 212 001-2 in der Farbgebung des Prototypen Spitzname "White Lady" (Art.-Nr. 12880). Dieses Modell war eine Einmalserie. Weiterhin brachte Minitrix eine BR 112 034-4 schon als Epoche V in orientrot aber noch von der DR Ost (Art.-Nr. 12881) und dann noch eine "klassische" BR 143 897-7 in den Farben der DR Ost in der Epche IV (Art.-Nr. 12857). Alle Modelle sind auf 4 Achsen angetrieben und haben 2 Haftreifen. Auch gibt es einen Lichtwechsel, der Oberleitungsbetrieb ist möglich, der Rahmen besteht aus Metalldruckguss und die LüP sind 104mm.

Die zweite Generation des Modelles hat Minitrix als erster im Jahr 2000 eingeleitet. Seit dem gibt es die Lok mit einer Digitalschnittstelle auf Basis NEM651.

Bei Roco traute man sich auch 1992 in die Epoche V vor und brachte die BR 112 010-4 in orientrot der DR Ost in der Epoche V (Art.-Nr. 23280) und die BR 143 573-4 der DR Ost in den Farben dieser in der Epoche IV (Art.-Nr. 23276). Auch hier sind alle 4 Achsen angetrieben und es gibt 2 Haftreifen, der Rahmen ist aus Metalldruckguss, der Oberleitungsbetrieb ist möglich und die LüP ist auch bei 104mm. Im Gegensatz zu den anderen Herstellern hat Roco gleich eine Schwungmasse vorgesehen, was der Lok sehr angenehme Fahreigenschaften verleiht.

Mit der Übernahme von Roco durch Fleischmann wurde das Modell überarbeitet. Die zweite Generation, nun unter Fleischmann, gibt es seit 2013. Die neuen Modelle haben eine Digitalschnittstelle NEM651 und LED-Spitzen- und Schlußlicht. Weiterhin wurde die Lok mit einer Kupplungsaufnahme nach NEM 355 mit Kurzkupplungskulisse ausgestattet. Seit 2014 gibt es die Modelle dann auch mit Sound.

Hier alle Modelle der BR 143 ff. in der Spur-N-Datenbank nach Hersteller gruppiert:

Alle Einträge (75) - Arnold (31) - Fleischmann (9) - Minitrix (26) - Roco (9)

Und die gleichen Modelle nach Gesellschaften gruppiert:

Alle Einträge (75) - DB - Deutsche Bundesbahn (21) - DB AG - Deutsche Bahn AG (13) - DR - Deutsche Reichsbahn (35) - DR - Deutsche Reichsbahn (DDR) (2) - RBH - RAG-Bahn- und Hafenbetriebe / RBH Logistics (2) - SOB - Schweizerische Südostbahn (2)

Berichte in der Spur-N-Datenbank

Für die Modelle von Arnold, Minitrix und Roco sind aktuell (05/2016) diverse Berichte in der Spur-N-Datenbank vorhanden. Die nachfolgende Auswertung zeigt, dass Roco durch seine Schwungmasse bei den Laufeigenschaften gut abschneidet. Aber auch Arnold kann ähnlich gute Werte erzielen und das, obwohl das Modell keine Schwungmasse besitzt. Der schlechte Wert bei Minitrix ist sicherlich nicht zuletzt durch die recht überhöhte Geschwindigkeit des Modells bedingt. Dafür hat das Modell ein sehr hohe Zugkraft.

Auswertung Berichte zu Gesamteindruck, Modelltreue und Laufeigenschaften (1=sehr gut - 5=unbefriedigend):

HerstellerGesamteindruckModelltreueLaufeigenschaftenAnzahl Berichte
Arnold1,42111,68421,473719
Fleischmann2124
Minitrix1,722222,333318
Roco1,40911,51,522

Auswertung Berichte zu Servicefreundlichekit und Digitalumbaumöglichkeit (1=sehr gut - 5=unbefriedigend):

HerstellerDigitalumbauServicefreundlichkeitAnzahl Berichte
Arnold4,1254,1258
Fleischmann134
Minitrix11,25
Roco2,7524

Preise in der Spur-N-Datenbank

Die Modelle von Roco sind aktuell sehr günstig zu bekommen. Aber auch die frühen Arnold-Modell, die bis auf die Schnittstelle den heutigen wenig nachstehen, sind zu guten Konditionen zu beziehen.

Auswertung aus den Preismeldungen der Spur-N-Datenbank (nur Zustände: "Neu", "Gebraucht neuwertig", "Gebraucht wenig bespielt"):

Fazit

Alles in allem erhält man bei den Modellen der BR 143 ff. ein solides Modell zu sehr fairen Preisen für den Modellbahn-Alltag der Epochen IV bis VI, als Wertanlage sind die Modelle, insbesondere auch wegen ihrer hohen Verbreitung, wenig geeignet.

Verweise

Literatur

Zur BR 143 / 112 liegt einige Literatur vor.

Links

Quellen

Beitragsbewertung

Es wurden für den Betrag folgenden Kommentar(e) verfasst*:

"Literatur-Ergänzung: M. Erkelenz u.a., Familienbande (Test 112/143 von Arnold, Minitrix und Roco), in N-Bahn Maganzin, Heft 4/93, S. 24" - von: Klaus Kosack - am: 10.12.2016 05:02:21
"Toll gemachte Übersicht !" - von: Timm Thum - am: 09.12.2016 12:43:46

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