| Fels und Stein
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| Autor: Alwin Hierl (FINE SCALE MÜNCHEN) |
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| Kiefernrinde zeigt nach dem Entfernen der obersten Borkeschicht sehr felsähnliche kantige Strukturen, da die Rinde in dünnen Schichten mit vielen feinstrukturierten Zerklüftungen aufgebaut ist. Felsähnlichere Optik als z.B. die handelsüblichen in unbearbeiteter Form zu rundlichen Korkrindenteile. Dass Kiefernrinde nicht auch schon von der Zubehörindustrie entdeckt wurde, liegt wohl daran, das die Rindenstücke im Naturzustand mit vielen Insekten-Fraßspuren nicht allzu attraktiv aussehen und erst vorbearbeitet werden müssten. Möglichst zerklüftete eckig-kantige Formen z.B. durch Herausstemmen kleiner Rindenstücke mit einem kantigen Stechbeitel-Werkzeug oder Abbröseln der Schichten erzeugen. Bei der Bearbeitung sollte der gerundeten Form der Rindenteile
etwas gegengearbeitet werden, damit im Modell nichts mehr an Baumrinde
erinnert. Die bearbeiteten Rindenteile können vor oder nach dem Colorieren z.B. an grob zugeschnittene, ausreichend stabile Styropor- oder Hartschaumblock-”Berge” angeklebt werden. Wegen der gerundeten Rinden-Rückseiten auf stabile Klebeverbindungen achten! Als Kleber ist PATTEX Kraftkleber geeignet (Vorsicht, löst manche Hartschaumstoffe, klebt nur vollständig trockenes Holz). Zwischenräume mit kleinen Rindestücken, Korkfelsen (s.o.) und/oder Fels-Spachtelmasse füllen. Bau-Isolierschaum Zur Füllung großer Leerräume oder zur zügigen Montage und Verklebung der Rinden-Einzelteile zu größeren Gebirgen evtl. Bau-Isolierschaum aus der Druckdose verwenden. Dadurch kann man sich bes. bei Anlagen in offener Rahmenbauweise die detaillierte Bergformung mit Geländebau-Gittern, Spanten o.Ä. sparen: eine stabile, flache oder bei größeren Bergen mit Gittern auf Spanten grob vorgeformte Grundlage genügt. Der gestalterische (aber nicht-selbsttragende) Aufbau erfolgt mit Bauschaum und Hartschaumteilen! Vorteil: Arbeitssparend, nachträglich relativ problemlos
veränderbar / korrigierbar, wenn Stand, Form oder Größe
mal nicht stimmt, was sich meist erst im halbfertigen oder gar fertigen
Bauzustand herausstellt. Vorsicht, der zähflüssige Bau-Isolierschaum
erfordert rasche Verarbeitung, klebt anfangs sehr intensiv, löst
evtl. andere Schaumstoffmaterialien, bläht sich stark auf und quillt
z.B. von der Rückseite her auf lose aufgestellte Teile zur Verklebung
aufgebracht ggf. kaum mehr sauber entfernbar aus allen Fugen! Deshalb
erst Tests damit machen. Der zähelastische gehärtete Schaum
lässt sich durch Schneiden mit einem Messer leicht nachbearbeiten,
ggf. nachträglich durch Auftragen weiterer Schichten ergänzen.
Größere Volumen aus der Dose, kleinere Portionen nach dem Aufquellen
mit einem Werkzeug auftragen/aufschmieren. Felsen aus gebrochenen Flaschenkorken Fels-Fertigteile: Größere Felsstücke (Felswände) aus leichtgewichtigen Materialien (Kork, Schaumstoff, Kunststoff-Tiefziehteile) gibt’s in meist passabler Qualität fertig zu kaufen. Optisch besser und billiger, wenn auch etwas arbeitsintensiver: Kleinere Felsen und Geröll kann man aus gebrochenem und mit unterschiedlichen grauen Dispersionsfarbtönen gefärbten Flaschenkorkteilen mit relativ wenig Aufwand leicht selbst herstellen und in die feuchte Spachtelmasse eindrücken oder nachträglich aufkleben. Korken durch Zerpflücken mit einer Beißzange in möglichst eckig-kantige Formen bringen. Der runden Korkenform möglichst entgegenarbeiten, so dass nichts mehr an den ursprünglichen Flaschenkork erinnert. Durch Ankleben kleiner Teile optimieren. Solche Korkfelsen wirken durch die scharfkantigen Bruchstellen sehr natürlich, auf jeden Fall natürlicher als die Spachtelmasse! Korken aus fein gemahlenem Presskork sind weniger geeignet. Das Einfärben der Korkteile besser immer vor dem Aufkleben durch Tauchen in dünnflüssiger grauer Dispersionsfarbe vornehmen. Gegen Ankleben auf Folien trocknen lassen. Nachträgliches Abreiben oder Wälzen der losen Brocken in helleren weißgrauen Farbresten als ”Highlights” kann eine sehr naturalistische plastischere Wirkung ergeben. Natürliche Gebirgs-Steine und Felsstücke und mit Gips geformte Steine wirken am natürlichsten, sind allerdings aus Gewichtsgründen praktisch nicht verwendbar: Selbst bei kleinen Felsstücken kommen rasch einige Kilo Gewicht zusammen! Für größere Berge etc. sind Hart- oder Weichschaum-Dämmplatten (z.B. STYROPOR, STYRODUR) aus dem Baumarkt oder Verpackungsmaterial geeignet. ACHTUNG: Manche Schäume sind oft nicht lösemittelbeständig und schmelzen bei Kontakt mit lösemittelhaltigen Klebern und Farben sofort auf nichts zusammen! Deshalb nur mit speziellen Hartschaumklebern und wasserverdünnbaren Farben (z.B. Dispersions-Wandfarben, Acrylfarben) behandeln! Auch sind die Schäume meistens nicht sehr stabil und deshalb nur zum Ausfüllen von Hohlräumen innerhalb eines stabilen Holzgerüstes zu empfehlen. Durch Behandlung mit einem heißen Lötkolben lässt sich bes. Hartschaum gut wenn auch langsam und geruchsintensiv und nicht sehr gesundheitsfördernd verformen und eine felsähnliche, relativ harte Oberfläche erzeugen, die dann auch etwas resistenter gegen Lösemittel und Kleber ist. Handelsübliche Modellbau-Spachtelmassen auf Zellulosebasis sind deutlich leichter als Gips, sollten dennoch immer nur als dünne Schicht auf eine stabile, möglichst schon grob vorgeformte Unterlage aus Balsaholz, mit Messer und Lötkolben modellierten Schaumstoffblöcken oder auf einen stabilen Holzrahmen aufgespanntes festes engmaschiges Drahtmattengerüst aufgebracht werden. Im Gegensatz zum schnell abbindendem Gips können diese Modelliermassen auch noch nach einigen Stunden bearbeitet werden. Das Modellieren (Einkerben von Gesteinsschichten und Rissen, kantige Felsenformen mit Messer oder Spachtel) naturgetreuer Felsstrukturen erfordert allerdings einiges Geschick und gelingt nicht ohne Weiteres, da die Modelliermasse eher rundliche und nicht felstypische kantige Formen unterstützt! Einkerbungen deshalb evtl. besser im schon halbtrockenem Zustand vornehmen. Durch die dadurch verursachten Brüche und Zerkrümelungen können zusätzlich einigermaßen vorbildgetreue Steinstrukturen entstehen, die jedoch oft mit Holzleim neu angeklebt werden müssen. Vorbild-Felsformen-Studium anhand von Fotos ist nützlich. Durch das nachträgliche Schrumpfen der Masse und Rissebildung entsteht zusätzlich eine natürliche Steinstruktur. Einfärben der fast weißen Modellier-Rohmasse mit Dispersionsfarben oder Pigmentpulver in sehr hellen Grau- oder Beige-Grundtönen ist ratsam und erleichtert das spätere Colorieren. Einfärben der getrockneten Modelliermasse: Tiefen mit dunkleren verdünnten Braunschwarz-Grautönen zulaufen lassen, Spitzen mit helleren Tönen und ”trockenem” Farbpinsel abreiben. Fragen und Hinweise zu diesem Thema werden im Forum Online-Modellbahn.de behandelt. Viel Spaß! |
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© Online-Modellbahn.de - Das Forum für Spur N im Internet. Stand: 28.12.2004